Einladung zum Tribunal gegen LEG, Vonovia & Co. (Version 1. Mai)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vor rund 20 Jahren wurden fast alle Wittener Werkswohnungen der Industrie, die landeseigene Ruhr-Lippe-Wohnungsgesellschaft und viele städtische Häuser an Finanzinvestoren und Weiterverwerter verkauft.  Diese belasteten die längst abgezahlten Wohnungen mit hohen Schulden und gingen dann an die Börse. Die Folgen: Die einst günstigen Wohnungen dienen heute der Vonovia und der LEG dazu, die Mieten anzutreiben und sie für hohe Dividenden und Zinsen abzuschöpfen.

Ein erheblicher Teil des schon vor 20 Jahren erneuerungsbedürftigen Wohnungsbestandes wurde seitdem nicht saniert. Ein anderer Teil wurde „modernisiert“, mit der Folge starker Mieterhöhungen. Ein dritter Teil wurde einzeln privatisiert oder an andere Spekulanten weiterverkauft. Der Anteil sozial bewirtschafteter Mietwohnungen ist radikal geschrumpft. Für den dringend erforderlichen sozialen Neu- und Umbau fehlen heute die Träger.

Für die MieterInnen bedeutet das:

VERTEUERUNG UND VERDRÄNGUNG:  LEG, Vonovia & Co. erhöhen die Mieten fast jährlich bis zum rechtlich zulässigen Maximum und darüber hinaus. Bei der Wiedervermietung verlangen sie bis zu 40% mehr als im Mietspiegel steht.

NEBENKOSTEN-EXPLOSION: Große Teil der Rechnungen für Energie, Heizung, Gartenpflege oder „Hauswarte“ schreiben sich die Konzerne selbst. Sie diktieren die Preise und die oft unzureichenden Leistungen.  Die Prüfrechte der Mieter versuchen sie systematisch zu umgehen.

VERNACHLÄSSIGUNG: Die Eigentümer und Verwaltungen sind oft nicht erreichbar. Sie kümmern sich unzureichend um Reparaturen, um das Müllmanagement und Probleme in der Nachbarschaft.  Immer wieder fallen Aufzüge und Heizungen aus. Zahlreiche Wohnungen sind schlecht gedämmt und von Schimmel befallen.

Der MieterInnenverein Witten hat die Ausverkaufswelle von Beginn an bekämpft. Er organisiert die Mietenden, um sich gegen die Folgen zu wehren. Dabei hat er auch Methoden entwickelt, die denen der Gewerkschaften ähneln.

Seit Jahren halten Mietende, vor allem der LEG, die Nachforderungen aus den intransparenten Nebenkostenabrechnungen zurück, um Kostensenkungen aber auch eine bessere Wohnungsverwaltung zu erzwingen. Darauf hat die LEG mit einzelnen Zugeständnissen reagiert, solange nur wenig Mieter mitmachten. Seit Ende des letzten Jahres aber reagiert sie mit einer Klagewelle. Hunderte MieterInnen wurden angemahnt, über 100 erhielten Zahlungsklagen. Es kommt auch zu fristlosen Kündigungen.

Dagegen wehren wir uns vor Gericht und in dezentralen Selbsthilfegruppen. Wir wollen die Machenschaften der Konzerne aber auch öffentlich machen.

Kommt zu unserem „Tribunal“ am 20.5.2026 um 19 Uhr ins Ardeyhotel!

26-05-01 Flyer  Ein Tribunal A5 (PDF)