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Witten, Deutschland, 16.04.2010

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Genossenschaft: Die Reichen in Wittens Mitte

Es gibt sie noch: Vermieter, die nicht den letzten Cent aus den Wohnungen quetschen, sondern solide finanziert ihre Wohnungsbestände pflegen. Besonders die Genossenschaft Witten-Mitte ist in der örtlichen Wohnungswirtschaft ein Lichtblick.

Foto: Die Genossenschaft Witten-Mitte macht sich sichtbar

Die Genossenschaft Witten-Mitte macht sich sichtbarIm Unterschied auch zu manch anderer Genossenschaft verfügt die 1895 gegründete Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte über eine sehr solide wirtschaftliche Basis. Mehr als 1700 Mitglieder sorgen mit ihren Geschäftsanteilen dafür, dass die Eigenkapitalquote der Genossenschaft höher als 55 Prozent ist. Bei soviel Eigenkapital ist das Unternehmen kaum von den Schwankungen auf dem Kapitalmarkt abhängig und kann seine Rücklagen für die Erneuerung seiner über 1400 Wohnungen einsetzen. Sogar kleinere Neubauten werden überwiegend ohne Kredite finanziert.

Umfangreiche Baumaßnahmen haben 2008 zwar zu einem Jahresfehlbetrag geführt, aber den kann sich Witten-Mitte leisten. Denn das Geld ist in der Verbesserung des in die Jahre gekommenen Wohnungsbestandes gut angelegt. Stolze 22,10 € pro Quadratmeter investierte die Genossenschaft 2008 allein in die Instandhaltung, was nicht zu Mieterhöhungen führte. Rechnet man die Modernisierungen hinzu, wurden sogar über 36 € pro Quadratmeter ausgegeben. Das liegt weit über dem, was alle anderen Wohnungsunternehmen in Witten investieren und erst Recht über den 8 €/qm, die Annington & Co. in ihre Wohnungen stecken.

Im Moment werden u.a. die Wohnungen am Dieckhoffsfeld modernisiert. Zum Standard gehören neue Fenster, Balkone, Außendämmungen und zusätzliche Stellplätze. Oft gibt es aber auch in den Wohnungen und Häusern einiges zu tun. Je nachdem, wie viel modernisiert werden muss, erhöht sich die Miete auf etwas über 5 €/qm. Die Mieten werden bei Witten-Mitte nicht anhand des Mietspiegels, sondern auf der Grundlage der Unternehmenskosten je nach Ausstattungsstandard gebildet. Dies führt meistens zu Mieten unter dem Marktniveau.

In den letzten Jahren kümmert sich Witten-Mitte verstärkt um ältere MieterInnen. Eine Sozialarbeiterin hilft bei Anträgen und anderen Problemen. Es gibt Ausflugsfahrten für die Mieter. In Bommern wurden eine Alten-WG und ein Mieter-Café eingerichtet. Weitere Projekte für das Wohnen mit zusätzlichem Service sind unterwegs.

Das Interesse an einer Wohnung bei Witten-Mitte hat stark zugenommen, berichtet Vorstandsvorsitzender Frank Nolte. Dazu hätten die eigenen Maßnahmen, aber auch die abnehmende Qualität in vielen anderen Wittener Wohnungsbeständen beigetragen. Nolte kann nicht verstehen, warum manche Politiker nicht wahrhaben wollen, dass auch in Witten die Menschen bessere Wohnungen brauchen als heute angeboten werden.

Knut Unger, MieterInnenverein Witten

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