MieterInnenverein Witten |
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Wohnungsmarkt und Wohnungspolitik
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Witten, Deutschland, 17.12.2005Mehr Grün in Witten West?Schon vor dem Krieg, lange vor dem Bau der A 43, war quer durch Heven und Papenholz eine Trasse für eine Schnellstraße vorgesehen. Diese sogenannte NS VIII wurde nie realisiert. Der Plan wurde 1987 vom Bund endgültig aufgegeben. Trotzdem hielt die Wittener Stadtplanung bis etwa 1994 an der Idee einer Entlastungsstraße fest. Auf der Straßentrasse entwickelten sich verwilderte Gehölze, Freiräume blieben erhalten. Im veränderten Plan sind nun Herbeder Str., Sprockhöveler Str. und Crengeldanzstr. dauerhaft als Hauptstraßen festgesetzt. Die früheren Straßen-Trassen bleiben als landwirtschaftliche Flächen und Grünbereiche überwiegend unbebaut.Lange Zeit hat es die Stadtplanung versäumt, sich um die Wohn- und Lebensqualität an diesen Nahtstellen zwischen Witten-Mitte und den von Privatisierungen betroffenen Werkswohnungssiedlungen in Heven zu kümmern. Auch bei der umfangreiche Neuplanung der Straßen- und Straßenbahnführung Herbeder/Sprockhöveler Str./sowie der neuen Kanalbauten wurde keine Verbesserung der Wohnbedingungen erreicht. Für anfangs vorgesehen Bäume auf der Sprockhöveler Straße fehlte das Geld.
Seit Jahren fordert u.a. der Mieterverein, dass die Stadt ein Gesamtkonzept erarbeitet, um die Lebensbedingungen rund um die Bahnflächen zu verbessern und die ungenutzten Räume zwischen Mitte und Heven für die Stadt und ihre Bewohner/innen zurückzugewinnen. Im Planungsamt ist man sich inzwischen trotz vieler anderer Herausforderungen der Probleme bewusst.
So stellt das Planungsamt fest, dass es im Umfeld der Sprockhöveler Straße vermehrt zu Instandsetzungspro-blemen, Leerständen und einer sozialen Entmischung kommt. Die Gebiete sind vergleichsweise stark von Lärm belastet. Die Stadt bestätigt, dass Kriterien für einen „Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf“ gegeben sind. Sie befürchtet, dass sich die Lebensbedingungen in diesem Gebiet weiter verschlechtern, da auch keine privaten Investitionsbemühungen zu erkennen seien. Die Entwicklung der angrenzen Grünflächen und eine vorsichtige Ergänzung der Wohnbebauung am Wannen soll dem entgegenwirken.
Sport-Park am Wannen? Konkret sollen auf den Freiflächen zwischen Sprockhöveler Straße und Wannen Kinderspielplätze und öffentlich zugängliche Sportflächen innerhalb eines „extensiven“ Parks entstehen. Der Restbauernhof am Wannen wird als Landschaftsmarke erhalten. Lediglich am Wannen und einem Teil des Fischertalweges sollen bis zu 20 Wohneinheiten die Siedlungsbauten aus den 20er Jahren ergänzen.
Der MieterInnenverein begrüßt diese Zielsetzungen. Es kommt nun darauf an, dass auf den Grünflächen tatsächlich ein Aktivitäten-Park entsteht, der von den BewohnerInnen angenommen wird. Das geht nicht ohne intensive Bürger-Beteiligung. Bei der Umsetzung der Pläne wird es aber auch zu Problemen kommen. Unter anderem könnten Kleingärtner auf Grabeland verdrängt werden, wie dies auch schon durch die Privatisierungen geschieht. Es muss geklärt werden, wie die Tradition der informellen Gartennutzung in Heven erhalten und entwickelt werden kann. Außerdem sieht der MieterInnen-verein weiteren Handlungsbedarf an der Sprockhöveler Straße und den angrenzenden Bereichen, z.B. Krone. Die starke Lärmbelastung macht zusätzliche Schallschutzmaßnahmen nötig. Viel-leicht könnten auch Anregungen für standortgerechte Wohnungsumbauten erarbeitet werden. Einbezogen werden müssen auf jeden Fall auch die Bewohner/inne der Werkssiedlungen in Heven und die Zukunftsperspektiven für die ehemaligen Bahnflächen.
Um mit den Bewohner/innen über Probleme und Zukunftsperspektiven zu sprcehen, lädt der MieterInnenverein zu einer Versammlung am 15. Februar 2006 um 19:00 Uhr ins Gewerkschaftshaus, Hans-Böckler Straße. Das Planungsamt wird zum Einstieg den bestehenden Planungsrahmen vorstellen.
Redaktion, MieterInnenverein Witten | Rubriken |
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