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Witten, Deutschland, 27.09.2007

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Stadtgalerie: Einkaufstempel krempelt City um

Auf den Flächen der jetzigen Post und des "City-Centers" soll ein großes Einkaufszentrum mit 11.500 qm Ladenfläche und 440 Parkplätzen entstehen. Während sich manche junge Wittener über die angebliche Ansiedlungs-Zusage von "H&M" freuen, wird über Risiken und Nebenwirkungen bislang kaum gesprochen.

Foto: Die Passage an der Post wird verschwinden

Die Passage an der Post wird verschwinden Die Einzelhandelsfläche in der Innenstadt wird durch das Projekt um 33 Prozent erweitert. Das ist dreimal mehr als dem Bedarf entspricht. Die Einkaufsstadt erhält einen völlig neuen Schwerpunkt. Auch Gutachter können nicht ausschließen, dass es zu Geschäftsaufgaben an anderen Stellen kommt. Haupt- und Johannisstr. werden bereits abgeschrieben. Ob bald auch auf der oberen Bahn-hofstr. Verlagerungen zu erwarten sind? Um den Gegenpol zu stärken, sollen nun auch auf dem Kornmarkt vermehrt Geschäftsflächen entstehen. Wer soll das alles wieder einspielen?

Nachteile befürchten müssen die Anwohner. Der Kundenverkehr führt von der Bergerstr. über die dicht bewohnte Berliner Str.. Zwar sind die vom Gutachter erwarteten zusätzlichen 2db Lärm in Kerngebieten zugelassen. Zu Beeinträchtigungen des Wohnwertes führen sie trotzdem. Außerdem ist mit Parkplatzsuche in den angrenzenden Wohnvierteln zu rechnen. Durch den Anlieferverkehr über die Wiesenstr. soll es angeblich nicht zu neuen Belastungen kommen, da der LKW-Verkehr zur Post entfällt.

Für Autofahrer wie für Fußgänger erfolgt ein Hauptzugang aus Richtung Bahnhof, wo ja zusätzlich auch der neue Busbahnhof errichtet werden soll. Haben die Fußgänger den verstärkten Autoverkehr überwunden, werden sie gezwungen, den neuen Konsumpalast zu durchqueren. Die bisherige Fußgängerschneise an der Post wird komplett überbaut und privatisiert. Zwar will sich die Stadt vertraglich zusichern lassen, dass es ein Gehrecht gibt und die Passage 24 Stunden geöffnet bliebt. Man wird aber, wie in anderen Städten, mit Video-Überwachung und privaten Sicherheitsdiensten rechnen dürfen, die unliebsamen Passanten Hausverbot erteilen.

Zwar ist es gut, wenn die Angebote in der Innenstadt sinnvoll ergänzt werden. Und um die städtebauliche Sünde "City Center" ist es nicht schade. Dieses Projekt schießt aber über den für den Standort verträglichen Maßstab hinaus.

Redaktion, MieterInnenverein Witten

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