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Witten, Deutschland, 06.03.2007

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Annen: Zerschlagene Mitte

Verkehrsplanungen, verfehlte Einzelhandelsansiedlungen und Abrisse haben das Stadtteilzentrum Annens in mindestens drei Teile geteilt. Ein großes Handicap für die "Soziale Stadt" und die Zukunft des Stadtteils.

Im Norden befindet sich der durch jüngste Fehlplanungen zum Eigentumswohnungs-Vorhof degradierte Annener Markt: wenige Geschäfte und die alte Thyssen-Verwaltung. Hier soll das Stadteilbüro hin, und schon sprechen Planer hochtrabend vom "administrativen Zentrum".

Getrennt durch die "nostalgische" Bahnschranke schließt sich im Süden ein weiteres kleines Geschäftsviertel mit Tankstelle, Sparkasse und der in den 80ern wohnungsfeldverbesserten Bebelstraße an: eine vom Stadtteil abgeschnittene Gründerzeit-Insel mit ein paar zu schlecht besuchten Imbissen, Kneipen und Eisdiele. In Zukunft die "Gastronomiemeile", sagen Planer.

Davon durch Kreuzungen, Halde Brachflächen und Billigmärkte abgeschnitten präsentiert sich die mittlere Annestraße: Großmarkt, VHS, neue Wickmannbrache, für die sich Handelsketten intressieren. Das neue "wirtschaftliche Zentrum!", rufen manche. Gott verhüte, meint auch der Stadtbaurat. Ein weiterer großer Einzelhandelsmarkt an dieser Stelle würde nicht nur Annen, sondern auch die Innenstadt schwächen. Die Wickmann-Fläche ist viel besser für verträgliches Gewerbe, zum Beispiel einen Gewerbehof geeignet.

Soll Annen eine eigene Identität zurückgewin-nen, ist das Hauptproblem der Nord-Süd- Verkehr und die Bahntrasse. Zukunftsweisender Vorschlag: Ein "Hufeisen" könnte den Verkehr über Unterführungen an der Stockumer Straße und am Erlenweg um das Stadtteilzentrum herum führen.

Ein teures Vorhaben. Vorerst muss Annen mit seiner zerrissenen Mitte leben. Helfen könnten vielleicht Stadtteilfeste, in die auch die "ethnische Ökonomie", z.B. an der Bebelstraße, aktiv einbezogen würde.

Knut Unger, MieterInnenverein Witten

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