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Witten, Deutschland, 06.03.2007

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Annen wird Soziale Stadt

Konzepte vor der Genehmigung

Die Landesregierung wird die soziale Entwicklung in Annen aus "Soziale Stadt"-Mitteln fördern. Aber im Jungendbereich muss gleichzeitig gekürzt werden und das Stadtteilzentrum ist so kaputt geplant, das es mit etwas Quartiersmanagement kaum zu reparieren ist.

Im Februar hat eine interministerielle Arbeitsgruppe der Landesregierung den Antrag der Stadt Witten auf Aufnahme Annens in das Programm "Soziale Stadt" angekündigt. Die gute Bürgerbeteiligung an der Erarbeitung des Handlungskonzeptes war für diese Entscheidung ausschlaggebend, freut sich die Projektkoordinatorin Petra Klein vom Liegenschaftsamt. Über die Finanzierung der "Starterprojekte" des Konzeptes – "Spiel und Erholungspark der Generationen", "lebendiger Steinbruch Imberg" und "Quartiersmanagement" – wird allerdings erst in den nächsten Monaten entschieden. Schon bei der Stadtteilwerkstatt im Rahmen von "Witten 2020" im Februar war das Stadtteilprojekt aber ein zentrales Thema.

Generationen-Park

Auf den Grünflächen zwischen Westfeldstraße und Bahnfläche sieht das Konzept die Errichtung eines Parks mit verschiedenen Zonen für Ruhe, Spiel und Sport vor. Der Park soll sich sowohl an die ältere Generation, als auch an Familien und Kinder richten. Der jetzige Bolzplatz, der von Hobbymannschaf-ten genutzt wird, soll weichen. Angeblich können Ersatzplätze für die Fußbal-ler gefunden werden. Anliegende soziale Einrichtungen sollen an dem Projekt beteiligt werden. Auf benachbarten Flächen an der Westfeldstraße ist eine Reihenhausbebauung geplant.

Viele Bürger wünschen sich gepflegtes Grün. Aber lässt sich das gegen die wahrscheinlichen Nutzer/innen durch-setzen? In dem Gebiet gibt es neben den Bolzern auch Gärtner auf Grabe-land. Was wird aus ihnen? Sollen wieder Reiheneigenheime von der Stange auf diese wichtige Fläche gewürfelt werden? Diese und viele andere Fra-gen stellt sich nicht nur der Mieterverein. In der Stadtteilwerkstatt wurden zum Beispiel Rufe nach Mehrgenerationen-Wohnen laut.

Der Park kann ein dauerhafter Gewinn für Annen werden, wenn alle Nutzer/innen beteiligt werden. Die Wohnbebauung sollte dem zusammengewürfelten Stadtteil nicht noch ein weiteres isoliertes Quartier hinzufügen. Vielmehr sollte sich das ganze Gebiet städtebaulich integrieren und sich auch an weniger vermögende Schichten richten. Dafür ist mehr zu tun, als einen Bauträger zu finden.

Jugend: Verschiebebahnhof

Während der Generationen-Park ausdrücklich nicht für Jugendliche gedacht sein soll, sind diese beim zweiten Starterprojekt, dem Steinbruch Imberg, die Hauptzielgruppe. Es gibt aber auch weniger erfreuliche Überlegungen zur Jugendhilfe in Annen. So soll im Rahmen des Sparkonzeptes ein - wahrscheinlich reduziertes - Schwedenheim vom Hüllberg in das leichter zu erreichende Ostermannhaus verlagert werden. Das findet nicht nur Alt-OB Lohmann problematisch. Jugendliche schätzen die vielfältigen Möglichkeiten im jetzigen Schwedenheim, einem städtischen Gebäude.

Hoffnungen weckt dagegen die Sied-lungsgesellschaft. An der Kerschen-steiner Straße stellt sie Jungendlichen eigene Räume zur Verfügung.

Allenthalben beklagt wird die schlechte Beteiligung von Migrant/in-nen an Versammlungen wie der Stadtteilwerkstatt. Dabei haben sie in Annen einen hohen Anteil und prägen mit ihren Geschäften und Restaurants auch das Stadtteilzentrum. Ein Hand-lungsansatz, den auch die Landesregierung hervorhebt, ist die Stärkung der lokalen Ökonomie. Die Entwicklung derartiger Konzepte, auch im Wohnbereich, wird eine der Aufgaben des zukünftigen Quartiersmanagements, betont Frau Klein.

Knut Unger, MieterInnenverein Witten

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