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Witten, Deutschland, 17.04.2010
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Schwere Wege leicht machen
Zu viele Hürden - Frauenhäuser fordern andere Finanzierung
"Schwere Wege leicht machen" – so lautet das Motto einer Kampagne der Frauenhäuser in NRW. Ziel ist es, von Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern schnellen und unbürokratischen Zugang zu Schutz und kompetenter Hilfe zu gewährleisten - unabhängig von ihrem Einkommen, ihrer Nationalität, ihrer beruflicher Situation oder ihrer Mobilität.
10.000 Frauen und Kinder flüchten in Nordrhein-Westfalen jährlich in ein Frauenhaus. Sie flüchten vor der Misshandlung durch ihren Ehemann, Lebenspartner oder Vater. Für die von Gewalt betroffenen Frauen und ihre Kinder ist es (lebens)notwendig, kompetente Hilfe und – wenn nötig – sofortigen Schutz in einem Frauenhaus in Anspruch nehmen zu können. Unterkunft und qualifizierte Unterstützung müssen kostenlos und bedarfsgerecht zur Verfügung stehen. Verhindert wird dies durch das Fehlen von verbindlichen Regelungen zur Finanzierung der Frauenhäuser unabhängig vom Einzelfall. Einen Teil der Frauenhauskosten trägt das Land Nordrhein-Westfalen, manche Kreise und Kommunen geben einen pauschalen Zuschuss dazu, viele Kommunen jedoch haben die Kosten der Frauenhäuser in sog. Tagessätze umgerechnet (in NRW bis zu 68 € pro Person und Tag!), die die betroffenen Frauen selbst bezahlen müssen. Frauen, die zuwenig Einkommen für die hohen Tagessätze haben, müssen Sozialleistungen beantragen. Für Frauen, die keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben, gibt es gar keine Finanzierung und sie finden nur sehr schwer Platz in einem Frauenhaus.
Deshalb fordern die Frauenhäuser nun eine andere Finanzierung. Auch das autonome Frauenhaus im Ennepe-Ruhr-Kreis. Es wurde 1992 eingerichtet und bietet ca. 13 Frauen mit ihren Kindern Schutz, Unterkunft und Unterstützung. Im Frauenhaus EN beträgt der Tagessatz 33,00 € pro Tag. Das Frauenhaus EN hat wie viele andere darüber hinaus mit Stellenkürzungen zu kämpfen. 2006 war eine von Land finanzierte Stelle gestrichen worden. Die Plätze für Frauen und Kinder mussten reduziert werden. Es kommt immer wieder zu Engpässen. Derzeit arbeitet das Frauenhaus EN mit dreieinhalb festen Stellen, davon wird eine halbe vom Kreis finanziert. Hinzu kommt eine Arbeitsmarkt-Maßnahme, die aber immer nur für ein Jahr befristet ist.
In nordrhein-westfälischen Ballungsgebieten sind die Frauenhäuser in der Regel überfüllt. In manchen Frauenhäusern müssen pro Jahr bis zu 700 Frauen abgewiesen werden, die dann weit von zu Haus vielleicht doch noch einen Platz finden.
Redaktion, MieterInnenverein Witten
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