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Witten, Deutschland, 15.09.2008

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Engagiert für Mieter und Umwelt

Rechtsanwalt Czapracki-Mohnhaupt ist jetzt auch in Witten zu sprechen


Wenn Beratung und unsere Briefe nicht reichen oder wenn der Vermieter klagt, wollen sich die meisten unserer Mitglieder einen Anwalt nehmen, der sie vor Gericht kompetent und engagiert vertritt. So wie Rechtsanwalt Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt (Bild), mit dem der MieterInnenverein Witten seit 20 Jahren zusammen arbeitet. Früher mussten die Mandanten aus rechtlichen Gründen immer in die Bo-chumer Kanzlei fahren. Ab sofort können mit Herrn Czapracki-Mohnhaupt Termine auch in der Geschäftsstelle des MieterInnenvereins vereinbart werden.

Czapracki-Mohnhaupt vertritt prinzipiell nur Mieter gegen Vermieter, nicht Vermieter gegen Mieter. "Da kommt man nicht in Interessens-konflikte", sagt der Anwalt, für den die Unterstützung der MieterInnen auch zum politischen und sozialen Selbstverständnis gehört.

Czaprackis zweiter Arbeitsschwer-punkt ist das öffentliche Baurecht. Dazu gehören z.B. nachbarrechtliche Klagen gegen zweifelhafte Baugenehmigungen und umweltfeindliche Bebauungspläne. Auch dieses Thema ist dem konsequenten Radfahrer über den Beruf hinaus eine Herzensangelegenheit. Seit 1995 kämpft er in einer Bochumer Bürgerinitiative gegen die DüBoDo (A 44), die viele Siedlungen und Landschaften an der Ruhr zu zerschneiden droht.

Manchmal kommen Planungs- und Mietrecht auch zusammen. Als in den 80er Jahren das Bochumer Heusner-Viertel für die Westtagente abgerissen werden sollte, vertrat Czapracki-Mohnhaupt dort Mieter, Hausbesetzer und Grundstückseigentümer gemeinsam gegen die Planung. "Das war ein Glücksfall, denn Anlieger mit eigenem Grundstück haben bei Planungen und Baugenehmigungen einfach mehr rechtliche Möglichkeiten", sagt der Anwalt. „Aber es ist keineswegs so, dass Mieter jeden Bebauungsplan in ihrer Umgebung akzeptieren müssen.“ Der Abriss der Siedlung konnte lange verzögert werden.

In Witten hat sich Czapracki-Mohnhaupt zur Zeit wieder mit dem Problem herumzuschlagen, dass es keinen gültigen Mietspiegel gibt. Die Gerichte bestellen teure Gutachter, die zu umstrittenen Ergebnissen kommen. "Das ist für beide Seiten sehr unbefriedigend. Witten kann es sich auf Dauer nicht leisten, keinen qualifizierten Mietspiegel zu haben", sagt Czapracki-Mohnhaupt.

Und was sind derzeit Trendthemen eines Mieteranwalts? "Undurchsichtige Nebenkostenabrechnungen, Konflikte zwischen Mietern und immer mehr Mängelklagen", lautet die Antwort. "Das ist auch eine Auswirkung der neuen Eigentümerstrukturen." Und die neuen Themen der Zukunft? "Vielleicht der Schutz vor Lärm und Feinstaub. Hier können auch Mieter ein Tätigwerden der Behörden verlangen."

Knut Unger, MieterInnenverein Witten

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