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Witten, Deutschland, 13.03.2011

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Solidarität mit den Menschen in Japan! Ausstieg aus der Atomenergie jetzt!

Solidaritäts- und Protestaktionen am Montag 14.3.2011 ab 18 Uhr in Witten, Rathausplatz

MieterInnenverein Witten, Habitat-Netz e.V., die Aktionsgruppe "Basta! Witten" und das Kommunikationszentrum "Trotz Allem!" rufen auf zur Teilnahme an Solidaritäts- und Protestaktionen in Witten:

"Fassungslos nehmen wir das Ausmaß der unglaublichen, sich stündlich weiter verschärfenden Katastrophen in Japan zur Kenntnis. In diesen Tagen und darüber hinaus gilt unsere Solidarität den Menschen in Japan.

Trotz des hochentwickelten Katastrophenschutzes, der Frühwarnsysteme und der Katastrophenhilfe in Japan muss schon jetzt mit Zehntausenden von Toten gerechnet werden. Ganze Städte wurden ausradiert, ganze Landstriche wurden verwüstet. Hunderttausende sind obdachlos. Familien und Gemeinschaften wurden zerrissen.

Gigantische Anstrengungen sind erforderlich, um mit Sofortmaßnahmen Menschenleben zu retten und die Auswirkungen der Katastrophe zu begrenzen.

Wenn die Toten gezählt und die schlimmsten Folgen unter Kontrolle sind, muss der Wiederaufbau den sozialen Bedürfnissen der betroffenen BewohnerInnen folgen. Die Missachtung der Wohnbedürfnisse und Lebensweisen der EinwohnerInnen - wie nach Erdbeben von Kōbe 1995 - darf sich nicht wiederholen!

Wir müssen aber auch daran erinnern: Hätte ein Erdbeben dieser Stärke und ein Tsunami dieses Ausmaßes in einem ärmeren Land stattgefunden, wäre die Zahl der Opfer schon jetzt um ein Vielfaches höher. So wie es alljährlich Erdbeben mit geringerer Stärke und mehr Opfern zeigen. Meistens mit wesentlich geringerer Anteilnahme der Weltöffentlichkeit.

Die Ereignisse in Japan beunruhigen viele Menschen in Deutschland vor allem auch deshalb, weil sie wieder einmal zeigen: Unsere technologische und wirtschaftliche Entwicklung stellt keinen Schutz vor Naturkatastrophen dar. Sie fügt den unvermeidlichen natürlichen Risiken des Lebens auf dieser Erde weitere Risiken hinzu. Viele dieser Risiken wären auch ohne Einschränkung des Wohlstandes vermeidbar.

Das gilt in besonderem Ausmaß für die unsteuerbaren Risiken der Atomenergie. Nach Sellafield, Tschernobyl und zahllosen kleineren Unfälle hätte es der Katastrophe in den japanischen Atommeilern nicht bedurft um zu wissen: Regierungen, Wissenschaftler und Unternehmen, die Atomenergie als „sicher“ darstellen, lügen! Atomkraft ist nicht sicher, sie war es nie und sie wird es nie werden! Atomkraft tötet! Es gibt keine sichere Atomenergie!

Aus diesem Grund rufen wir auf zur Teilnahme an Protestaktionen, die am morgigen Montagabend in mehreren Städten stattfinden werden.

In Witten ist für 18 Uhr eine öffentliche Protest-Versammlung auf dem Ratshausplatz angemeldet worden.

Wir fordern alle Wittener und Wittenerinnen auf, sich mit ihren eigenen Gedanken und Gefühlen an dieser Versammlung und denkbaren weiteren Aktionen zu beteiligen und sie mit ihren eigenen Mitteln auszudrücken.

- Lasst uns einen würdigen gemeinsamen Ausdruck unserer Betroffenheit und Solidarität mit den Menschen in Japan finden!

- Lasst uns demonstrieren, dass wir für die schnellstmögliche Beendigung der Atomkraftnutzung überall auf der Welt streiten!

- Lasst uns gemeinsam die sofortige Rücknahme der geplanten Laufzeitverlängerung der Atomanlagen in Deutschland und eine Beschleunigung des Atomausstiegs fordern! Viele meinen: Deutschland muss den Anfang machen und seine Atomanlagen sofort stilllegen.

- Lasst uns die Stadtwerke Witten dazu bewegen, jede Beteiligung am Atomstrom zu beenden!

- Lasst uns auch in Witten eine unabhängige lokale Bewegung für eine Stadt des Klimaschutzes ohne Atomenergie schaffen!"

(update 14.03.11 - 11:35)

Knut Unger, MieterInnenverein Witten

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