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Witten, Deutschland, 26.02.2009

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Stadtwerke: Gastarife auf Höchststand - Senkung zum März ausreichend?

Der diesjährige Winter wird wegen der heftig gestiegenen Gaspreise zu den bislang höchsten Heizkosten führen. Zum 1.Oktober hatten die Stadtwerke Witten ihre Gaspreise um über 33 % (Arbeitspreis G4) angehoben. Kurz nach der Gaspreiserhöhung sanken die Ölpreise, an die die Gaspreise gebunden sind, rapide. Zum 1. März senkten die Stadtwerke deshalb die Tarife, aber lediglich um etwa 8 Prozent. Wenn die Stadtwerke nun während der umsatzstarken Jahreszeit höhere Einnahmen erzielen würden, als sie für ihre Gaslieferungen über einen längeren Ietraum bezahlen müssen, wäre das rechtlich unzulässig.

Der Pressesprecher der Stadtwerke, Lindner, hat mehrere Argumente, warum dies nicht zutreffe: Erstens habe man mit der Erhöhung zum Oktober 2008 relativ lange gewartet. Als die Stadtwerke diese Tariferhöhung planten - sie muss 6 Wochen zuvor bekannt gegeben werden - sei noch nicht absehbar gewesen, dass die Ölpreise – und dann mit Verzögerung die Gaspreise – stark fallen würden. Die Stadtwerke gingen bereits in der ersten Jahreshälfte etwas längerfristigere Lie-ferverpflichtungen ein, um eine weitere Steigerung beim Gaspreis zu vermeiden. Der plötzliche Verfall des Ölpreises hat dann alle überrascht. Man war aber weiter an die Lieferverträge gebunden. Einen gewisser Mix kurzfristiger und langfristigerer Lieferverträge sei kosten- und risikosenkend. Am teuersten seien kurzfristige Einkäufe für Spitzenbelas-tungen.

Man habe nun mit einer frühen Senkung zum 1. März ein Zeichen setzen wollen, sagt Lindner, - ohne schon genau zu wissen wie sehr die Preise weiter sinken werden. Auch Lindner geht davon aus, dass der Preis wegen der Konjunkturkrise weiter rückläufig sein wird. Er glaubt, dass im Oktober 2009 – vor der nächsten Heizperiode – eine kräftige Senkung der Tarife möglich sein kann. Er hält auch für möglich, dass die Werke dann einen neutralen Prüfnachweis zu erbringen, der belegt, dass sich die Stadtwerke an ihren Tarifen nicht bereichert haben und die Senkungen angemessen sind.

Knut Unger, MieterInnenverein Witten

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