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Witten, Deutschland, 10.08.2009

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Visionen für den Stadtpark

Aus den Treffen und Diskussionen um Wohnprojekte und "neue Nachbarschaften" hat sich ein kleiner Kreis interessierter Wittener heraus kristallisiert, der nach neuen Lösungen für das Wohnen und Zusammenleben in Witten sucht. In vielen Gesprächen und Spaziergängen zu denkbaren Objekten haben sich inzwischen die folgenden Grundsätze herausgebildet:

1. Wir wollen keinen privaten Grund- und Wohnungsbesitz anstreben, sondern Boden und Wohnraum für soziale und gemeinschaftsorientierte Nutzungen im öffentlichen Interesse dauerhaft sichern.

3. Wir wollen keine neuen Wohnghettos schaffen, sondern Wohnen, Alltagsarbeit, Engagement, Begegnung und Kultur miteinander in kooperativen Strukturen verbinden.

4. Wir wollen nicht teure und exklusive Orte schaffen, sondern solche, die auch für Menschen mit niedrigem Einkommen erschwinglich sind und solidarische Lebensperspektiven ermöglichen.

5. Wir wollen uns nicht von der Stadt und der Öffentlichkeit abschirmen, sondern neue Lösungen für das Verhältnis zwischen öffentlichen und privaten Räumen suchen.

6. Wir wollen nicht alles rigoros an einem Ort verwirklichen, sondern verschiedene Orte, Gebäude und Flächen als Freiräume für ein Leben jenseits von Krise, Ausbeutung, Verarmung und Vereinzelung gestalten.

Zu abstrakt? Hier ein Beispiel mit dem sich die Gruppe in den letzten Monaten u.a. beschäftigt hat:

Im arg vernachlässigten westlichen Stadtpark befindet sich am Parkweg ein durch die Stadt von der letzten Mieterin freigeräumtes denkmalgeschütztes Haus, das langsam verrottet. Wir überlegen, wie man dieses zum Verkauf vorgesehene Gebäude für ein gemeinschaftliches Wohnen mit viel Offenheit und Kommunikation retten kann. Wir wollen nicht, dass das Grundstück eingezäunt, das Haus kaputtsaniert und der Wald für große Garagen planiert wird. Stattdessen soll das Haus organischer Bestandteil eines behutsam neu gestalteten und von der Hausgruppe (Bewohner) gepflegten öffentlichen Parks sein. Im Erdgeschoss und im unmittelbaren Umfeld könnten kleine Ausstellungen, Aufführungen, Kinderfeten und Workshops stattfinden, die allerdings nicht zu erheblichem zusätzlichem PKW-Verkehr führen dürfen. Gelegentlich könnte der parkartige Wald für Inszenierungen genutzt werden, die die Wittener verzaubern. Dabei soll die Wohngruppe das Grundstück nicht erwerben, die Stadt soll es für die geleisteten Dienste langfristig günstig verpachten.

Unter dieser Bedingung ließe sich unter Umständen der Erwerb und die Sanierung des Gebäudes so finanzieren, dass auch Erwerbslose mit einsteigen könnten. Für das Eigentum an dem Gebäude schwebt uns ein neuer Träger vor, der durch seine Satzung und Minderheitenbeteiligung Dritter an der lukrativen Privataneignung der Immobilie gehindert wird und die langfristige Zweckbestimmung garantiert.

Um dieses Beispiel weiter durchzuspielen, müsste das Liegenschaftsamt endlich die notwendigen Informationen zur Verfügung stellen und der Gruppe eine Besichtigung des Objektes ermöglichen.

Für die Gruppe "Wohnen in Witten" Karsten Albrecht 0160-95707127

Redaktion, MieterInnenverein Witten

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