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Witten, Deutschland, 18.09.2006

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Die Ruhr - Phönixsee Wittens?

"Witten AN die Ruhr" lautet seit einiger Zeit ein beliebtes Schlagwort der Stadtplanung. Mit dem Ruhrauenprojekt wird das Ruhrtal touristisch vermarktet. Gerne würde man andere Städte kopieren und auch "Wohnen am Wasser" möglich machen.

"Der Phönixsee Wittens ist die Ruhr", stand nach einem internen Stadtworkshop zu "Witten 2020" an einer Pinnwand. "Phönixsee", das ist ein Großprojekt in Dortmund-Hörde, wo auf dem Gelände der abmontierten Stahlwerke ein künstlicher See für das "Wohnen am Wasser" errichtet wird. Eine Mode, die auch in Essen, Mülheim usw. um sich greift.

Nun ist die Ruhr ist aber kein künstlicher Baggersee und auch kein Hafenbecken, sondern wichtiger Natur- und Erholungsraum und Trinkwasserreservoir für Millionen. Witten hat im Unterschied zu Dortmund glücklicher Weise noch Industrien, ohne die das Ruhrtal nicht wäre, was es ist. Auch weil das so ist, hat Witten eine geringere Arbeitslosigkeit als Dortmund.

Wenn man nachfragt, sind die realistischen Chancen "Wohnen an der Ruhr" zu entwickeln in Witten sehr gering: Mal wird über "Lofts" in der Schnapsfabrik an der Lake nachgedacht. Dann gibt es einen Workshop zur Entwicklung hochwertigen Wohnens am Mühlengraben, zwischen Bahn, Bundesstrasse und Industrie. Schließlich gibt es die Pläne für Eigenheime auf dem giftigen Klärschlammlager am Kleff.

Niemand wünscht, dass die Ruhrwiesen zugebaut oder Fabriken durch Wohnungen ersetzt werden. Viele Wittener wünschen aber, dass dass man besser ans Ruhr-Ufer kommt, dass es attraktivere Durchgänge von der Innenstadt zur Ruhr gibt.

Dabei könnte auch das Stahlwerk deutlicher als Teil der Stadt herausgestellt werden. Wer "Witten an die Ruhr" bringen will, kommt an der Arbeit in Witten nicht vorbei.

Knut Unger, MieterInnenverein Witten

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