Witten, Deutschland, 17.08.2010
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Update: Kultur-Forum sollte Bücherei-Verkauf bereits beschliessen
Anonym ist der Initiative "basta!Witten" eine Verwaltungsvorlage aus der nicht-öffentlichen Sitzung des Verwaltungsrates des Kulturforums vom 7. Juli 2010 zugespielt worden.
Demnach lag dem Verwaltungsrat zum 7. Juli ein Beschlussvorschlag vor, wonach,
1. das Bibliothekssystem in Witten komplett umzustrukturieren und dabei "nicht mehr benötigte Standorte sukzessive aufzugeben" sei,
2. die Hauptstelle der Stadtbücherei an der Ruhrstraße (ein denkmalgeschütztes Gebäude) "zum Höchstpreis" zu veräußern sei.
Inzwischen hat ein Ratsmitglied, das nicht genannt werden will, dementiert, dass diese Vorlage bereits beschlossen worden sei. Vielmehr sei die Vorlage in der Sitzung verschoben worden und nicht angenommen worden. Sie soll im Rat stark umstritten sein.
Zielsetzung der der Verwaltungsvorlage dargelegten Umstrukturierung ist
- eine "Kinder- und Kulturbibliothek" im zum "Wissenszentrum" umgebauten Märkischen Museum,
- eine "Ausbildungsbibliothek" an der Annenstraße in Kooperation mit den Trägern der der 1 Euro-Jobs,
- eine Bibliothek für Jugendliche mit Bildungsdefiziten in Heven, in Mitträgerschaft des Beschäftungsträgers "Wabe",
- Nebenstellen mit offensichtlich unklarer Zukunft in Stockum und Herbede.
Daneben soll eine Art Hol- und Bringedienst für Medien eingerichtet werden, wahrscheinlich erneut mit Hilfe von Beschäftigungsprojekten.
Die Initiative Basta! meint:
"Durch den Verkauf der Zentralstelle der Stadtbücherei sollen offabar u.a. die Mittel aufgebracht werden, um die Umstrukturierung zu finanzieren.
Die Integration einer vollwertigen Bibliothek in das Märkische Museum würde natürlich die Nutzbarkeit als Museum strak einschränken. Es ist also davon auszugehen, dass wir allenfalls eine Art Schrumpfbibliothek mit Lesesaal in einem geschrumpften Museum erhalten, – wenn überhaupt.
Bemerkenswert ist, dass das Bibliothekswesen weitgehend und systematisch auf die Beschäftigungsförderung, bzw. die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes ausgerichtet wird: Bewerbungstraining statt Schiller und Brecht, Schmöker und Lexika. Bemerkenswert ist weiterhin, dass dabei offensichtlich in hohem Maße auf die Nutzung von 'gemeinnütziger, zusätzlicher Arbeit' von Erwerbslosen zurückgegriffen werden soll. Dies ist nicht nur ein Angriff auf die Kultur, sondern auch auf die Beschäftigungsverhältnisse im Bibliothekswesen!
An dem ganzen Konzept ist lediglich eines schnell realisierbar: Die Schließung der Stadtbibliothek an der Ruhrstraße und der Verkauf dieses öffentlichen Gebäudes an eine privaten Ausschlachter. Es ist sehr gut vorstellbar, dass nichts sonst übrig bleibt."
Redaktion, MieterInnenverein Witten
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