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Witten, Deutschland, 28.11.2007

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HWG: Großer Reparaturbedarf am Vormholzer Ring

Mieterverein fordert klare Instandsetzungsregelung im Zuge des Wohnungsverkaufs

In den Verkaufsobjekten der HWG am Vormholzer Ring klagen Mieter über immer wieder kehrende Schimmelschäden und marode Stromleitungen. Die HWG hat seit Jahrzehnten zu wenig in die billig errichteten Häuser investiert. Jetzt sorgt sich der Mieterverein, dass sich die HWG durch den Verkauf aus der Affäre ziehen könnte. In einer angestrebten "Sozialcharta" soll es nach Angaben der HWG zwar Regelungen zum Kündigungsschutz und zum Ausschluss von "Luxussanierungen" geben. Zur Absicherung der notwendigen Investitionen aber macht die HWG keine Aussagen.

Immer wieder klagte die HWG-Mieterin Frau M. in der Vormholzer Straße über starke Schwarzschimmelschäden an Decken und Außenwänden. Obwohl die Schränke schon weit von der Wand abgerückt wurden, kam es im Schlafzimmer zu starken Feuchtigkeitsschäden. Wie so häufig behauptete der Vermieter die Mieterin, sie heize und lüfte nicht richtig. Eine Überprüfung durch den MieterInnenverein vor wenigen Wochen ergab nun, dass die Wohnung völlig unzureichend wärmeisoliert ist und dass deshalb bei kalten Außentemperaturen die Schwarzschimmelschäden trotz zumutbaren Heizens und Lüftens zwangsläufig auftreten müssen.

Die Geschossdecken waren schon bei moderaten Außentemperaturen in der Nähe der Außenwände sehr kalt. Es liegen wahrscheinlich starke Wärmebrücken an den Gebäudeecken und den einbindenden Geschossdecken vor. Die Außenwände sind innen mit Gipskartonplatten verkleidet, was die Gefahr eines verdeckten Schimmel-befalls herauf beschwört.

Frau M. ist nicht die einzige Mieterin, die über Feuchtigkeitsprobleme klagt. Nach Einschätzung des MieterInnenvereins kann die Ursache des gesundheitsschädlichen Schimmelbefalls nur beseitigt werden, wenn die mit Fertigbauteilen errichteten Gebäude komplett wärmegedämmt werden.

Andere Mieter beschweren sich über völlig unzureichende, veraltete und marode Stromleitungen. Die Belastbarkeit der Leitungen entspricht nicht heutigen Standards. Wasch- und Spülmaschinen können teilweise nicht gleichzeitig betrieben werden. In Einzelfällen werden akute Schäden an den Elektroinstallationen zwar be-seitigt. Auch im Bereich der Elektroinstallationen steht aber wahrscheinlich eine Komplettsanierung an.

Keine Aussagen zu Instandsetzungsplänen

Derartige Maßnahmen wären relativ kostspielig. Insoweit sie der Behebung des Mangels dient, könnten die Kosten nicht auf die Mieten umgelegt werden. Aber wird der neue Erwerber der Wohnungen diese erforderlichen Investitionen vornehmen? Wird er dazu in der Lage sein?

Die HWG verweigert dazu unter Verweis auf ihre Verschwiegenheitspflicht jede Auskunft.

Negative Beispiele mahnen zur Skepsis

Der Mieterverein will nicht schwarz malen. Aber leider mahnen ihn negative Beispiele zu großer Skepsis. Um das Jahr 2004 hatte die Dorstener Unternehmensberatung Janssen & Helbing GmbH etliche wirtschaftlich problematische Immobilien in verschiedenen Städten aufgekauft. Von der städtischen DOGEWO in Dortmund kaufte sie u.a. die Krisenimmobilie "Hannibal" in Dorstfeld. Der Erwerber versprach große Sanierungsmaßnahmen und soziales Engagement. Die DOGEWO-Mieter erhielten vertraglich ein lebenslanges Wohnrecht. Aber nach kurzer Zeit geriet die Janssen & Helbing GmbH in massive Zahlungsschwierigkeiten. Zeitwiese wurde die Heizungs-versorgung eingestellt, Instandhaltungen konnten nicht mehr durchgeführt werden. Seit dem Führjahr stehen die Dortmunder Bestände unter Zwangsverwaltung. Jetzt sollen sie an einen anderen Anleger weiterverkauft sein.

Mieterverein will die HWG nicht aus der Verantwortung entlassen

Solche Entwicklungen müssen für Vormholz ausgeschlossen werden, fordert der Mieterverein. "Wir müssen verhindern, dass die Sozialwohnungen in Vormholz auf eine abschüssige Bahn geraten."

"Für den eingetretenen Zustand der Gebäude ist die HWG verantwortlich. Wir erwarten deshalb, dass die HWG im Zuge des Verkaufsabschlusses Vorsorge trifft, dass die erforderlichen größeren Reparaturen baldigst durchgeführt werden."

Die HWG könne sich z.B. vertraglich zusichern lassen, dass die erforderlichen Instandsetzungen zu einem realistischen Zeitpunkt ohne zusätzliche Wohnkostenbelastung der Mieter durchgeführt werden. Auch wenn das zu Lasten des Kaufpreises geht.

Knut Unger, MieterInnenverein Witten

Dossier HWG - Witten

Herbede

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