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Witten, Deutschland, 26.02.2009

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Armut & Schimmel

Wer wenig Geld hat, lebt oft auch in Wohnungen, die besonders schlecht wärmegedämmt sind. Hier sind nicht nur die Heizkosten besonders hoch. Diese Gebäude sind auch besonders anfällig für die Bildung von Schimmel. Modernisierungs-Programme, die sich an Eigenheimer und zukunftsorientierte Wohnungsunternehmen richten, helfen da wenig weiter. Schlechte Wohnungen gehören oft Anlegern, die wenig Interesse an Investitionen haben, die sich erst in mehreren Jahrzehnten auszahlen oder die zu Mieten führen, die von den Menschen nicht bezahlbar sind. Wer arm ist wird gleich mehrfach bestraft: schlechte Wohnungen, schlechte Vermieter, kein Geld für angemessenes Heizen bei besonders hohe Heizkosten, Schimmel, Gesundheitsschäden, Ärger mit dem Vermieter...

In Witten betrifft das erhebliche Teile des Wohnungsbestandes. Wie soll das geändert werden?

Zum Beispiel dadurch, dass der Gesetzgeber klare Mindestanforderungen an den Wärmeschutz in bestehenden Gebäuden definiert. Werden diese Standards nicht eingehalten, ist die Wohnung minderwertig, der Mieter zahlt weniger und der Vermieter kann zu Baumaßnahmen gezwungen werden. Bislang kann aber eine Nachbesserung nicht einmal dort durchgesetzt werden, wo in der Wärmeschutzverordnung eine Nachrüstungspflicht vorgesehen ist, wie z.B. bei ungedämmten Kellerdecken. Und leider geht ein Teil der politische Debatte in die entgegengesetzte Richtung: Angeblich müssen Mieterrechte eingeschränkt werden, damit Klimaschutzziele erreicht werden.

Am besten wehren wir uns dagegen, indem wir Vermietern und Öffentlichkeit immer wieder klar machen, dass ein Teil des Wohnungsbestandes auf dem Weg ist ins Abseits zu geraten, wenn nicht ausreichende Investitionen erzwungen werden. Abgesehen vom Rechtlichen: Wir können aufklären über Häuser, die aufgrund ihrer schlechten Dämmung einfach nicht die Miete wert sind, die dort verlangt wird. Wir können Unternehmen outen, die ihre Wohnungen vernachlässigen. Und wir können Vorschläge erarbeiten, wie man mit kleineren Maßnahmen immerhin die größten Schwachpunkte beseitigen kann.

Knut Unger, MieterInnenverein Witten

Soziales

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