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Witten, Deutschland, 05.11.2011
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Ökostrom im Test
Glaubt man den Stromversorgern, ist heute jeder Strom irgendwie Ökostrom. Die Stiftung Warentest und Öko-Test haben das riesige Angebot durchleuchtet. Und dabei so manchen Etikettenschwindel gefunden. Auch beim Preis-Leistungs-Verhältnis
gibt es Unterschiede.
Ökostrom ist "in". Nach Umfragen kann sich eine Mehrheit der deutschen Haushalte zumindest vorstellen, "saubere" bzw. "grüne" Energie zu beziehen. Bei einem tatsächlich vollzogenen Anbieterwechsel setzt bereits eine Mehrheit auf regenerativ (erneuerbar) erzeugten Strom pur oder in einem so genannten Strommix. Wer sich bewusst für einen "Umstieg" entscheidet, will darauf vertrauen können, "tatsächlich Ökostro"m ins Haus zu bekommen. Denn dem Strom sieht man seine Herkunft nicht an. Die Qual der Wahl des richtigen Anbieters beginnt schon bei den unterschiedlichen Gütesiegeln (neudeutsch: Label) und Zertifizierungen. Denn "Ökostrom" ist keine geschützte Produktbezeichnung wie es diese zum Beispiel für Biolebensmittel gibt. Und es ist sogar legal, "Zertifikate", z.B. von Wasserenergie, zu kaufen und damit konventionell aus Fossilträgern erzeugten Strom zu Ökostrom umzuetikettieren.
VERTRAUEN
Bei der Suche nach dem "richtigen" Ökostromanbieter unter Berücksichtigung individueller Präferenzen und des Preis-Leistungsverhältnisses helfen die Verbraucherzentralen, Energie-Portale im Internet oder z.B. das Öko-Institut e.V. Aus dem großen Angebot treffen diese in der Regel bereits eine Vorauswahl. Denn es gibt zwar eine überschaubare Anzahl bundesweiter Vertragspartner, dafür aber umso mehr Regionalbieter und spezialisierte Tochterunternehmen von Energieunternehmen. Dazu kommen noch Wahltarife der einzelnen Unternehmen. Auf eine Vorauswahl stützten sich Stiftung Warentest und Öko-Test, als sie Stromherkunft, Preise und Kundenfreundlichkeit unter die Lupe nahmen (siehe Infokasten). Gemeinsam ist den Tests zunächst, dass die gängigen Siegel für nicht ausreichend aussagefähig gehalten werden. Allein bei den äußerst strengen Kriterien, nach denen das "Grüner Strom Label" verschiedener Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden vergeben wird, kann vom gewünschten "Zusatznutzen" für die Umwelt ausgegangen werden. Dieser entsteht, wenn aus den Erlösen in neue, umweltschonende Kraftwerke investiert wird und konventionell erzeugter Strom allmählich vom Markt verdrängt wird. Auch an einer Zusatzbezeichnung "Gold" kann dieser "Mehrwert" erkennbar sein.
ERGEBNISSE
Den bundesweit verfügbaren Ökostromanbietern schneiden die "großen Vier" Naturstrom, Lichtblick, Greenpeace Energie und EWS Schönau bei Öko-Test gut ab. Überraschenderweise können sich diese unabhängigen Lieferanten hinsichtlich Kundenfreundlichkeit, Transparenz und Preis-Leistungsverhältnis im Vergleichstest von Stiftung Warentest (unter insgesamt 16 getesteten Anbietern) auch gegen die "Großen Vier" Eon, RWE und Vattenfall gut behaupten. Das zeigt, dass "grüner" Strom längst aus der alternativen Nische herausgetreten ist.
Die gesamten Testergebnissen finden Sie in den angesprochenen Publikationen von
Ökotest und Stiftung Warentest.
Öko-Test Nr. 04/April 2010, Bestellung:
www.oekotest.de
oder Tel. 069 / 365 06 26 26
Stiftung Warentest, Nr. 10/Oktober 2009
Bestellung über www.test.de
oder Tel. 0 900 1/58 37 81
Redaktion, Mieterforum Ruhr
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Rubriken Verbraucher Umwelt |