Witten, Deutschland, 13.09.2008
Eine kräftige Erhöhung des seit 7 Jahren unveränderten Wohngeldes war wegen der hohen Steigerung vor allem der Heizkosten überfällig. Da Unter-kunftskosten für Dauerarbeitslose Teil des ALG II sind, betrifft die Erhöhung nach Schätzungen der Bundesregierung allerdings nur noch ca. 800.000 Haushalte, darunter 300.000 Rentnerhaushalte.
Es gibt die folgenden wichtigen Änderungen:
- Heizkosten werden mit einem festen Betrag nach der Zahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder in die subventionierte Miete eingerechnet. Bei einem Ein-Personen-Haushalt werden für die anfallenden Heizkosten 24 Euro berücksichtigt, bei zwei Personen sind es 31 Euro, bei drei Personen 37 Euro und bei vier Personen 43 Euro.
- Die bisherigen Baualterklassen fallen weg. Davon profitieren Mieter in Wohnungen, die vor 1992 fertig gestellt wurden.
- Die bisherigen Miethöchstbeträge werden um 10 % angehoben. Damit haben mehr Menschen Anspruch auf Wohngeld.
- Die Tabellenwerte, aus denen sich die Höhe des Wohngelds ergibt, werden um 8 Prozent erhöht. Dadurch soll zum Beispiel eine Familie mit zwei Kindern rund 80 Euro mehr im Monat erhalten.
Der Deutsche Mieterbund erinnerte daran, dass in Sachen Wohngeldreform ein langer und dornenreicher Weg zurückgelegt werden musste. „Wir haben nicht lockergelassen. Ein wirksames Wohngeld ist ein unverzichtbares Element einer aktiven Politik gegen Wohnarmut“, sagte DMB-Präsident Dr. Franz-Georg Rips . Seit der letzten Erhöhung 2001 sind die Wohnkosten der Haushalte mit niedrigem Einkommen um 50 % gestiegen.
Knut Unger, MieterInnenverein Witten
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