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Witten, Deutschland, 15.12.2011

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Kommentar: Das Märchen sicheren Wohnens bei den Genossenschaften

Mit sicherem Wohnen und mit Mitbestimmung werben die Wohnungsgenossenschaften. Immerhin gehören diese ihren Mitgliedern. Jedenfalls auf dem Papier. In Wirklichkeit schalten und walten ihre Vorstände nicht selten nach Gutdünken ? und nach der Kassenlage ihrer Unternehmen.

Das Märchen sicheren Wohnens bei Genossenschaften ist nun zumindest in unserer Region gleich doppelt widerlegt: Erst verkaufte die Hattinger HWG alle ihre Häuser in Witten und Sprockhövel an einen anonymen Geschäftsmann. Jetzt verscherbelte die "Schwelmer & Soziale" Sozialwohnungen an einen Schwelmer Immobilien-Dealer.

In beiden Fällen gab es für diese Entscheidungen wirtschaftliche Gründe. In beiden Fällen hat die frühere Geltungssucht von Genossenschafts-Oberen dazu geführt, dass in riskante Bauträgergeschäfte investiert wurde, die in die Hose gingen. In beiden Fällen mussten für die Folgen die Mieter in den Nachbarstädten des enossenschaftssitzes bluten.

Weil es sich in Haßlinghausen um Sozialwohnungen handelt, bei denen die Darlehen noch nicht zurückgezahlt sind, gibt es zwar auch nach dem Verkauf vorübergehend einen Schutz der Mieter gegen Verdrängung. Von einer Genossenschaft, bei der das Wohnen angeblich besonders sicher sein soll, hätte man allerdings wenigstens

erwartet, dass sie vorab Kündigungen nach einer etwaigen Umwandlung in Eigentum vertraglich ausschließt. Stattdessen wurden die Mieter vor vollendete Tatsachen gestellt. Dieses Vorgehen geht noch weit über das Negativ-Vorbild der HWG hinaus, die immerhin die Mietervereine vorab über ihre Pläne zum Verkauf unterrichtete.

Wir müssen leider befürchten, dass die schlechten Beispiele Schule machen. In etlichen Genossenschaften steht es um die Finanzen und um die innere Demokratie nicht zum Besten. Vorstände nutzen das Genossenschaftsrecht um Mitbestimmungsforderungen der Mitglieder abzuwehren. Wie sich in Schwelm gezeigt hat: sogar mit Unterstützung des Genossenschaftsverbandes VdW, der ausdrücklich von allen Satzungsänderungen abgeraten hat, die die Vollmachten von Vorstand und Aufsichtsrat einschränken könnte.

Das klingt eher nach Gutsherrenart als nach Demokratie. Aber es entspricht auch einer kapitalistischen Wahrheit: Wer in Krisenzeiten zu viel Demokratie gewährt, ist nicht kreditwürdig.

Sicher, es geht auch anders, wie in mancher Hinsicht gerade die Genossenschaft Witten Mitte zu beweisen versucht. Aber was heißt das schon? Es kann ja auch nette Privatvermieter geben. Nicht die Verpackung ist entscheidend, sondern das, was drin ist. Und in einigen Genossenschaften ist es innendrin morsch.

Knut Unger, MieterInnenverein Witten

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