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Witten, Deutschland, 03.04.2011

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Mahnwache: MieterInnenverein für Ausstieg der Stadtwerke aus dem Atomstrom

Der MieterInnenverein Witten unterstützt den Aufruf aus dem "Anti-Atomkraft- und Klimaschutzplenum" für einen schnellen Ausstieg der Stadtwerke aus dem Bezug von Atomstrom (bislang 23% des Strommicxes der Stadtwerke Witten). Bei der Mahnwache am nächsten Montag, 4. April, 18 Uhr auf dem Rathausplatz werden die Forderungen vorgestellt. Die Stadtwerke sind zur Stellungnahme eingeladen.

Die sich noch immer verschärfende Katastrophe von Fukushima hat der Welt erneut gezeigt, dass es keine sichere Atomenergienutzung gibt. Auch die Stadtwerke Witten müssen endlich die Konsequenz ziehen und die Förderung dieser Risikotechnologie durch den Bezug von Atomstrom ein für allemal beenden. Dabei muss es selbstverständlich auch Ziel sein, die Energiekosten für einkommensarme Haushalte nicht noch weiter nach oben zu treiben. Dafür, dass die Stadtwerke auf angeblichen Billigstrom aus Atomkraft setzen, gibt es aber keinen Grund.

Stadtwerkesprecher Linder hatte nach den ersten Protesten wegen Fukushima in der Presse verkündet, die Stadtwerke wollten "die Abhängigkeit vom Atomstrom langfristig beenden" und dies vor allem durch zusätzlichen Strom aus Kohle und Gas erreichen. Diese Ankündigung kann aus zwei Gründen nicht überzeugen: Erstens wird durch die Langfristigkeit der wirkliche Ausstieg auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben und zweitens droht der hohe Anteil an Atomstrom durch einen Ausbau der klimaschädlichen fossilen Energien ersetzt zu werden. Dagegen drohen die regenerativen Energien bei den Stadtwerken auch weiter ein Randdasein zu führen.

Dieser Weg ist heute inakzeptabel. Der Ankauf von Atomstrom muss - soweit rechtlich möglich - sofort beendet werden. Er muss so schnell wie möglich komplett durch den Ankauf und die Produktion von Strom aus regenerativen Energien ersetzt werden. Dafür müssen die Stadtwerke einen verbindlichen Plan vorlegen, wenn sie glaubwürdig bleiben wollen.

Bislang bezieht eine große Mehrheit der WittenerInnen ihren Strom in den Standardtarifen der Stadtwerke und finanziert damit die Atomenenergie mit. Die jetzigen Ököstromtarife der Stadtwerke sind kaum mehr als ein Nischenprodukt zur Imagepflege.

Das kann auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht so weiter gehen. Der Standardtarif der Stadtwerke muss atomstromfrei werden. Sonst werden noch mehr Kunden zur Ökokonkurrenz abwandern. Wir brauchen die Stadtwerke all leistungsfähigen, sozial und ökologisch verantwortlichen kommunalen Vollversorger. Auch deshalb dürfen sie sich nicht in die Rolle eines Dumpinganbieters von Drecksstrom manövrieren.

Der MieterInnenverein wird sich als Verbraucherorganisation an weiteren Schritten zur Umsetzung der Forderungen aktiv beteiligen. Er erwartet konkrete, ergebnisorientierte Gesprächsangebote für einen sozialverträglichen Aus- und Umstiegsfahrplan der Stadtwerke.

Knut Unger, MieterInnenverein Witten

AUFRUF: Stadtwerke Witten sofort atomstromfrei! Umstieg auf regenerative Energien jetzt!

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