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Witten, Deutschland, 15.04.2010

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Armut in Südafrika

Von der rassistischen zur sozialen Apartheid

15 Jahre nach dem Ende der Apartheid ist Südafrika weltweit immer noch Spitzenreiter in Bezug auf soziale Ungleichheit – zusammen mit Brasilien und Namibia. Die Kluft zwischen Arm und Reich hat sich in den letzten Jahren sogar verstärkt.

Foto: Übergangslager, Delft, bei Kapstadt Foto: Teschner

Übergangslager, Delft, bei Kapstadt Foto: TeschnerSie ist besonders ausgeprägt in den großen Städten des Landes wie Kapstadt, Johannesburg und Durban. Trotz des Gold- und Diamantenreichtums des Landes leben nach staatlichen Angaben über 10 Mio. Südafrikaner in informellen Siedlungen, in Hinterhofhütten, überfüllten Wohnheimen, Notaufnahmelagern oder in verwahrlosten Mietskasernen. Oft wohnen sie in Hütten aus Blech, Abfall oder Holzresten und ohne Strom-, Wasser- oder WC-Anschluss. Sie leben am Rande der Städte oder auf Restflächen, streng getrennt von besseren Wohngebieten. Besonders trifft dies die schwarze Bevölkerungsmehrheit und die Menschen, die in der Apartheidzeit als "Farbige" bezeichnet wurden. Auch viele Zuwanderer aus anderen Ländern Afrikas sind diesen Lebensbedingungen ausgesetzt.

Das Apartheid-Regime hatte alle aus den Innenstädten vertrieben, die als "Schwarze", "Farbige" oder "Inder" eingestuft waren und zwang sie in streng abgetrennte Gebiete am Stadtrand. Seit den 90er Jahren kamen viele wieder zurück in innenstadtnähere Bereiche, wo sie leichter Arbeit fanden. Sie besetzten Brachen, siedelten auf Restflächen neben Müllhalden, Autobahnen oder Bahngleisen. Solch informelle Siedlungen wurden auch als Teil des Widerstands gegen das Unrechtsregime begriffen und von der demokratisch gewählten Regierung Mandelas zunächst einmal anerkannt. Seitdem ließ der Staat über 1,5 Millionen Einfachsthäuser für die Armen bauen. Trotzdem änderte sich für die meisten nichts: heute gibt es sogar doppelt so viele Hüttenbewohner wie am Ende der Apartheidzeit.

Heute geht die Regierung immer repressiver gegen "wilde Siedlungen" vor, benutzt alle Vorwände (Gefahrenrisiken, Brände etc.), um Zwangsumsiedlungen durchzusetzen und versucht zudem mit Hilfe von Sicherheitsdiensten, neue Ansiedlungen rigoros zu unterbinden. Vor allem die innerstadtnahen Siedlungen sollen profitableren Nutzungen weichen. Auch Mieter aus den Innenstädten werden oft zwangsgeräumt und in Notaufnahmelager weit draußen vor der Stadt verbracht. Viele wurden schon zwei-, dreimal oder noch öfter zwangsumgesiedelt.

KT, Habitat Netz

Blechhütten statt Stadion

Die Bewegung der Hüttenbewohner

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(c) Knut Unger 2004-06

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