Mit großer Enttäuschung reagieren die Anwohner/innen von "Drei Könige" auf die Planungsentscheidungen der Stadt in diesem Bereich.
Nach einer konstruktiven Beratung des Hauptausschusses zu dem Bürgerantrag der AnwohnerInnen besuchte der Verkehrssausschuss in der letzten Woche die Bereiche rings um den neuen Aldi an der Herbeder Straße. Dabei musste er feststellen, dass die Ausfahrt in die Herbeder Straße durch eine kurzfristig eingeleitete Tiefbaumaßnahme zur Zeit gar nicht möglich ist. Während der Hauptausschuss dem Anliegen der Anwohner auf Sanierung und - zumindest vorüber-gehende - Schließung der Abfahrt über Drei Könige überwiegend verständnisvoll begegnete, hieß es nun in der Presse, die alleinige(!) Abfahrt über Drei Könige sei nach Ansicht von Verkehrsausschussmitgliedern vielleicht auch auf Dauer die bessere Lösung.
Kurz darauf wurde außerdem gemeldet, dass der Neubau der Märkte auf dem ehemaligen Grundstück der Kirchengemeinde unmittelbar bevorstünde. Diese Baumaßnahme wird zusätzliches Verkehrsaufkommen mit sich bringen.
Die Anwohner fühlen sich getäuscht: Erst werden sie über Jahre und Monate nicht richtig informiert, dann kommt es endlich zu einer politischen Beratung ihrer Anliegen, aber gleichzeitig schaffen die Stadtplaner - die in der Hauptauschusssitzung bezeichnender Weise fehlten - "vollendete Tatsachen". Die Sanierung der maroden Strasse "Drei Könige" ist frühestens in einigen Jahren zu finanzieren. Bis dahin rollt der Verkehr über den holprigen Belag. Auch in Gegenrichtung zur Einbahnstraße benutzen Anlieferer bereits in den frühen Morgenstunden die Straße. An der Ausfahrt der Parkplätze fehlt ein Tempo 30-Schild.
"War alles umsonst?", fragt sich Heike Kehl, Sprecherin der Bürgerinitiative. Sie hält die angebliche Beteiligung der BürgerInnen für ein schlechten Witz. "Hat das Wohnen hier überhaupt noch eine Zukunft?"
Der MieterInnenverein hat sich in einem Schreiben an Stadt und Rat gewandt. Darin kritisiert er auch die völlig unabgestimmte Genehmigung und Planung neuer Einzelhandelsflächen im weiteren Umfeld.
"Ein autogerechtes Einzelhandelszentrum an Herbeder und Breite Strasse schwächt die Innenstadt und provoziert neue Leerstände", befürchtet Vereinssprecher Unger. "Vor allem aber werden die großen Potentiale für eine wirklich zukunftsweisende Planung in diesem gesamten Bereich durch kurzsichtige Ad-Hoc-Bebauungen und Abrisse (Monopol und weitere?) zerstört. Die Planungsfehler an der Herbeder Straße werden kaum die letzten sein. Bevor die Einzelflächen bebaut werden, sollte erst einmal ein vernünftiges Rahmenkonzept erarbeitet werden - zusammen mit allen Betroffenen."
zum Schreiben an Rat und Verwaltung
mailto:info@mvwit.de
(c) MieterInnenverein Witten 02/2001. Knut Unger